Von: Matti Hausimaeki
25 Kommentare
Ein Saisonrückblick
Dangerfreak-Kolumnist und FC Schorle-Erfolgstrainer Matti Hausimaeki blickt zurück auf ein blau-weißes Seuchenjahr ...

1,2 oder 3? … Diese Chance … vorbei! Ob Ihr wirklich richtig steht, seht Ihr, wenn das Licht angeht.
Ach, wer kennt sie nicht diese beliebte Kindersendung? Gibt es die überhaupt noch? Je nach Ihrem Alter, liebe Leserinnen und Leser, werden Sie sich erinnern an Michael Schanze, Biggi Lechtenbrink oder Gregor Steinbrenner. Den heutigen Moderator werden Sie nicht kennen. Aber, kleines bisschen Tratsch am Rande, der nächste sollte bekannt sein. Ab Herbst übernimmt Elton die Sendung. Elton bei 1, 2 oder 3? Da dürfen wir gespannt sein, ob er den „plopp“ wieder einführt. (Der „Plopp“ wurde seinerzeit von Biggi Lechtenbrink aus der Show genommen und Rolf Zuckowski musste deswegen ein neues Titellied komponieren). Die Frage, die uns aber zugegebenermaßen viel mehr bewegt, ist, ob es im Herbst im Wildpark wieder „ploppt“. Warten wir die Sommertransferperiode mal ab. Aus und vorbei ist die Saison 2009/2010. Zeit, einen Blick zurück zu werfen.
Können Sie sich noch an den 09.05.2010 so gegen 16.50 Uhr erinnern? Na ist noch nicht so lange her und es waren die Minuten als die Saison endlich vorüber war und mit einem Spiel beendet wurde, das ein Spiegelbild der gesamten Runde war. Wieder nur einen Punkt gegen eine Truppe aus Fürth, die wie so viele Gegner vom Potential her niemals an etwas Zählbares aus Karlsruhe hätten denken dürfen. Doch wieder erwies sich der Karlsruher Sport Club als Karlsruher Sozial Club. Spezialität: Wie helfe ich schwächelnden Vereinen und Spielern wieder auf die Beine. Der KSC kennt das passende Mittel und auch wir mussten die Pille oft genug schlucken. Wir schenken ein Erfolgserlebnis. Nicht nur, dass die Blau-Weißen gegen schwache Teams verlieren, nein, wir haben im letzten Jahr sogar die Einzeltherapiepraxis eröffnet. Ich sage nur Lucas Barrios. Ja, Paul Metzger sollte in Doofmund anrufen und einen Teil der Europaligaeinnahmen verlangen. Dorthin hat sie Barrios geballert und bis zum Pokalspiel beim KSC hat der Kollege allerhöchstens ne Plastikrose in der Schießbude auf der Kirmes abgeräumt.
Am Ende also Rang 10. Nur warum, weiß ich wirklich nicht. Eines ist und bleibt für mich ohne Frage. Die Mannschaft hatte das Potential, um ganz oben um den Aufstieg mitzuspielen. Klar sprechen die gezeigten Leistungen nicht dafür, aber das ist was anderes, als die reine Beurteilung der Möglichkeiten. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit „die Wahrheit liegt auf dem Platz“, ich komme später noch zu einem Klassiker der Fußballpoesie. Nehmen Sie die letzten 10 Spiele. 5 Siege, 4 Unentschieden, 1 Niederlage, also 19 Punkte. Hochgerechnet auf die Saison macht das 64 Punkte und das wäre – Sie ahnen es schon – Tabellenplatz 2! Jetzt kommt natürlich die berühmte „Milchmädchenrechnung“, aber dran erinnern, es geht ums Potential und was hätte passieren können. Fest steht für mich damit aber, dass es nicht an der Kaderzusammenstellung lag, die hat soweit ganz ordentlich gepasst, auch wenn man die finanziellen Möglichkeiten sieht. Doch wo waren dann die Fehler?
Man hat wohl zu lange und zu sehr der vermaledeiten Erstligasaison nachgetrauert. Der Abstieg, der ohne weiteres vermeidbar war. Offenbar sah man sich noch als Erstligaverein und bereitete sich nicht richtig auf die zweite Liga vor. Und im Nachhinein muss man wohl auch feststellen, dass das Festhalten an Ede Becker ein Fehler war. Ich bleibe dabei, dass er ein guter Trainer für den KSC war, in dieser Situation aber nicht mehr und wahrscheinlich hätte schon zu Erstligazeiten ein Impuls gut tun können. Nach einem Abstieg ist es aber so gut wie ausgeschlossen, dass die Spieler ihrem Trainer noch den Glauben schenken, dass er sie zu Siegen führen kann. Und so waren die negativen Ergebnisse am Beginn der Runde nicht einmal so überraschend. Becker hatte wohl die Kontrolle verloren und fand kein Rezept gegen die Widerstände innerhalb der Mannschaft, was zu Disziplinlosigkeiten und fehlendem Engagement führte. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis es eskalierte und die Reißleine gezogen werden musste. Nur das war zu spät. Die Vorbereitung war vorbei, die Saat für eine gute Saison war nicht ausgelegt und nichts war am zusammenwachsen. Ein neuer Trainer musste her, ein Trainer, der eine Mannschaft am Beginn einer Saison übernehmen muss, die nicht seine ist. Da kann nichts draus werden. Bis die Mannschaft die Rückstände aufgearbeitet hat und die neuen Ideen des neuen Trainers kapiert und umsetzen lernt, das dauert. Die Hierarchie muss sich neu finden, der Trainer muss sein Revier im Verein abstecken und sein Umfeld aufbauen.

- FC Schorle-Kulttrainer Matti Hausimaeki mit seiner Truppe
Diese von Anbeginn an schwierige Situation wurde flankiert von einem im Profibereich wohl selten amateurhaften Vereinsumfeld. Manchmal nahm es komödiantische Züge an, was tagtäglich an Possen im Wildpark aufgeführt wurde. Die Hauptdarsteller sind bekannt allen voran der Fan-Präsident. Sein dem Wahlvolk versprochenes Opfer, Ex-Manager Dohmen, war gleich kaltgestellt, vergessen all der Erfolg und vor allem die Professionalität, die er gebracht hatte. Das ist für mich das entscheidende Element gewesen. Professionalität. Meine Meinung zu Paule Metzger kennen viele von Ihnen, liebe Leser. Die anderen dürfen sie sich denken. Aber das ist Demokratie, die Mehrheit hat so entschieden und jetzt haben wir ihn. Sollen aber diejenigen, die ihn ins Amt gebracht haben und mit ihm die Herren Glesius, der allenfalls Clubhauswirt hätte werden dürfen, und Hauer, die außer Meckern aber auch noch genau gar nichts gemacht haben, jetzt nicht anfangen zu schimpfen. Oder gar zu pfeifen oder Stimmung gegen Verein und Mannschaft zu machen. Ich weiß, dass ich nicht gegen Fangruppen stänkern soll und das will ich hier auch mit Rücksicht auf das Forum unterlassen.
Erlaubt sei mir aber die Bemerkung, dass ich nicht alles, was aus Richtung Gegengerade zu hören oder zu lesen war, verstanden habe. Auch dort muss man bei aller Verbundenheit erkennen, dass ein Fußballprofiverein ein Wirtschaftsunternehmen ist. Emotionen, die zum Fußball zweifelsohne dazugehören – wohlgemerkt auf dem Platz! – haben bei wichtigen Entscheidungen wie es Führungsämter eben nun einmal sind nichts zu suchen. Emotionen sind die falschen Ratgeber und Motive wie Rache oder Hass sind als Entscheidungsgründe gänzlich untauglich. Wir sind kein Dorfplatzverein, wo wir den, der am meisten verspricht, zum Oberfuzzi machen. Herr Metzger war sicher ein verdienter und erfolgreicher Kommunalpolitiker. Ja, ein Politiker, einer derer, über die jeder so sehr schimpft. Und so einen machen wir zu unserem Präsidenten. Wir brauchen Kompetenzen und keine hohlen Worte. Wirtschaftskompetenz, Sportkompetenz, Organisationskompetenz, Kontrollkompetenz, verteilt auf mehrere Schultern, professionelle Schultern und nicht hier die Freunde aus Wolkenkuckucksheim. Ich hör auf damit.
Fest steht, die Turbulenzen im Verein, die uns manchmal beinahe zur Lachnummer bei der Konkurrenz gemacht haben, haben ihr übriges getan, dass es nicht lief. Das Problem ist doch, dass diese Querelen einerseits Alibis liefern und andererseits auch vom eigentlich wichtigen ablenken. Jetzt ist übrigens die richtige Stelle für „die Wahrheit liegt auf dem Platz“. Wann stand denn das Sportliche mal im Mittelpunkt? Stadion, Architekten, Kölmel, Hauptsponsor, Ausrüster, Lizenz usw. immer wieder was Neues und… keine Entscheidungen, keine Ergebnisse, nichts. Wir haben nichts, wir sind keinen Schritt weiter als vor Monaten.
Natürlich fehlt auch der Mannschaft noch etwas, um wieder nach oben zu kommen. Aber so weit war man nicht weg. Ein richtiger Torjäger vor allem, die verletzten Spieler zurück, ein Linksverteidiger und ein Spielgestalter, der auch Standards beherrscht. Ansonsten ist die Mannschaft gut. Torhüter wird schon passen, Zimmermann ist ein Juwel, das gehalten werden muss, die Innenverteidigung muss sicher noch konstanter werden, mit Matip ist das aber deutlich besser geworden. Links hinten ist sicher nicht optimal, das Mittelfeld defensiv hat genug Qualität, muss sie aber auch abrufen. Kreativität und Schnelligkeit auf den Flügeln sollten mit Krebs, Iashvili, Timm und Fink da sein. Dann brauchen wir noch den Einfädler, den Knipser (sie wissen schon, mein Versprechen von oben: „Das Runde muss in das Eckige“) und ein paar junge Talente, die von hinten drücken und die Etablierten scheuchen. Hier sind sicher drei, vier, fünf Spieler, die aufrücken können von den Amateuren und der Jugend. Zimmermann hat es vorgemacht. Mehr davon.
Ganz ehrlich, ich glaube an diese Mannschaft. Hier steckt viel drin, was bisher nur sporadisch abgerufen und erkennbar wurde. Aber die Jungs sind gut und haben wenn sie im Sommer gut ergänzt werden, die Verletzten zurückkehren und auch fit bleiben und zwei weitere Talente den Durchbruch schaffen, hat der KSC eine ordentliche Chance zumindest in den kommenden 2,3 Jahren wieder gen oben zu schauen. Das wird aber nur laufen, wenn alle – und damit meine ich alle, denen etwas am Verein gelegen ist – an einem Strang ziehen und das auch noch in die gleiche Richtung. Ruhe im Verein, Konzentration auf das Wesentliche, Professionalität und an die Öffentlichkeit geht es nur, wenn es dahin gehört und auch soweit ist, dass es kommuniziert werden kann. Damit wird man auch als Adresse für neue Spieler, Sponsoren und die Region wieder attraktiver und interessanter. Es muss wieder eine Bewegung geben, die alle mitnimmt und infiziert. Die KSC-Familie muss sich wieder finden, vielleicht muss sie sich neu erfinden. Das muss aber schnell geschehen, viele Möglichkeiten haben wir nicht mehr, noch so ein Pleiten, Pech und Pannenjahr können wir uns nicht mehr leisten, sonst droht der Verein irgendwann zugrunde zu gehen.
Und hoffentlich heißt es dann bald mal wieder 1, 2 oder 3, noch ist unsere letzte Chance nicht vorbei. Viele haben wir aber nicht mehr. Ich hoffe wir stehen bald wieder richtig und das blau-weiße Licht geht an.
Bei mir machts jetzt „plopp“, denn „plopp“ das heißt Stop!
Es grüßt Euch
Euer
Matti Hausimaeki
Kommentare
Ouzo
Mittwoch, 26-05-10 21:11
hörenswert und mit sicherheit schärfe aus der diskussion nehmend.
besonders der erste clip bzgl daSilva-Gehalt:
http://www.swr.de/swr[..]
René
Montag, 24-05-10 22:27
Schade!
Neue Seite, alte Krankheit. Beschimpfungen, Größenwahn und Rechtschreibfehler. Merkt ihr eigentlich noch, wie Ihr hier seit Monaten Menschen mit anderen Meinungen einfach nur erniedrigt, und das nicht mal besonders originell? Immer die gleiche Leier, genau wie der Support!
Muss jetzt aufhören, mir fallen die Augen zu...
nur der ksc
Sonntag, 23-05-10 20:35
Danke Hr.Hausideppi für solchen Shit.
björnsen
Mittwoch, 19-05-10 07:45
@ martin
»oh je, die jünger von dem, "der übers wasser läuft" sind da...«
Jo, mehr kommt halt auch nie von den Kritikern. Super Grundlage, um auf Augenhöhe zu diskutieren.
@ Axel
Wenn das die Meinung von Hauismäki ist, dann ist ihm auch nicht mehr zu helfen, denn bei aller berechtigter Kritik, der sich die Verantwortlichen zurecht stellen müssen, ist dieses Geschreibsel einfach nur eine unwahre Glosse.
Glasscheib
Mittwoch, 19-05-10 00:16
endgeil, die wasserläufer mit ihre unnawasserschnellschuh vermehre sich ohne end u. tummle sich uff der neue seit noch mehr als uff der alt, muaahahahahaahaha. geht kacken, besser ist das....
hincha
Dienstag, 18-05-10 23:17
"Die Hauptdarsteller sind bekannt allen voran der Fan-Präsident. Sein dem Wahlvolk versprochenes Opfer, Ex-Manager Dohmen, war gleich kaltgestellt, vergessen all der Erfolg und vor allem die Professionalität, die er gebracht hatte."
LOOOOOOOOOOOO OOOOOO OOOOHHHHL!!!!
Fanz
Dienstag, 18-05-10 23:13
Ich war keine Dohmsche Lachnummer.neinnein
martin
Dienstag, 18-05-10 22:22
@ ouzo
von mir kommt gerade nicht nur nicht viel, sondern gar nix!!!
was soll ich denn auf kommentare wie deinen schon schreiben. mich interessiert deine meinung überhaupt nicht und falls doch, dann wüsste ich ja, in welchen foren ich euch finde.
es ist aber überhaupt nicht zu verstehen, dass manche nicht akzeptieren können, dass es unterschiedliche meinungen gibt, die sofern sie SOOO weit auseinander liegen wie hier, vielleicht besser an getrennten orten kund getan werden. ist das denn so unverständlich?
übrigens: hier postet doch auch keiner artikel aus eurem forum, die vielleicht hier als völlig lächerlich empfunden werden. was soll denn bitteschön das?
Axel Dangerfreak
Dienstag, 18-05-10 22:05
1. kann Hausimaeki besser schreiben als Dankert/Linder!
2. ist es seine Meinung so wie das was ihr schreibt eure Meinung ist!
3. frag' ich mich warum ihr immer alle zusammen drauf- und einschlägt wenn es nur ein Wort Kritik über euren Präsidenten gibt. im hausimaeki-artikel stehen schließlich auch sehr viele wahrheiten. haben wir denn einen sponsor? haben wir ein problem in der außendarstellung? und findet ihr es richtig, dass metzger ständig mit ankündigungen an die öffentlichkeit geht um sie dann nicht umsetzen zu können?!
4. die einzige frechheit in dem artikel ist die idee von glesius als möglichem stadionwirt. sakis, du bist der beste!
ouzzo
Dienstag, 18-05-10 21:46
@ martin
ausser lächerlicher kommentare kommt da recht wenig von dir...
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