19.10.2010  12:35  Alter: 2 yrs
Von: Steffen Grimm
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Pfälzer Schlachtfest 2010

Mit Spannung erwartet und voller Brisanz: Das Südwestderby 1.FC Kaiserslautern gegen die Eintracht aus Frankfurt! Dangerfreak Reporter "Kleiner Grimm" war vor Ort!

Heimspiel in Lautern!

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus heißt es so schön. Wenn man von den Schatten ausgegangen wäre, die dieses Süd-West-Derby vorausgeworfen hatte, dann war ein Feuerwerk des Fußballs zu erwarten.

Eine der Vorankündigungen:
 http://www.youtube.com/watch?v=z_wRgswV-YE

 

Nun ja, die DFL ließ dieses Spiel an einem Sonntag ansetzen, obwohl keiner der „Freunde“ der beiden Mannschaften (Mannheim, Stuttgart, …) selbst ein Spiel hatte. Hinzu kam eine „Bahn“-Organisation, die seinesgleichen sucht.
Für die Frankfurter gab es keinen offiziellen Sonderzug und so waren knapp 3000 der gefühlten 10000 Eintrachter im ganz normalen Fahrplan der Deutschen Bahn unterwegs. Jeder kann sich vorstellen was an den Bahnhöfen ab Mannheim für eine staatliche Präsenz war, da die S-Bahnen an jedem Kaffbahnhof stoppten. Die Kosten für den Steuerzahler, alleine bei dieser Planung des Spiels gehen wohl in die Millionen. Weshalb lässt man solch ein Spiel nicht an einem Bundesliga-Samstag stattfinden, an dem andere Mannschaften auch spielen und macht einen riesen Sonderzug, der nur In FFM und Lautern hält? Anyway….
Wir sind mit dem Auto angereist und haben schön in der Stadt geparkt. Die Utensilien der Eintracht blieben unsichtbar, bis wir am Bahnhof angekommen waren. Wir liefen durch ein Spalier von hessischen Polizisten und Bundesbeamten am Elferkreisel vorbei, an den Hintereingang des Bahnhofs. Nebenan war eine kleine Bäckerei, in die wir noch hineindurften. Bei einem Kaffee und schönen Blick nach außen wurde es laut im Bahnhof. Hier ein Böller da ein „Hurra – Hurra – die Frankfurter sind da“. Eine nicht enden wollende Menschenschlange glitt aus dem Bahnhof heraus, die Mehrheit mit Pseudo-Metzgerschürzen aus Plastik umgebunden. Die Robocops sperrten nun den Zugang zur Bäckerei ab, wobei sich die Jungs doch nur ein lecker Brötchen holen wollten. Auf dem Platz hinter dem Bahnhof wurde es immer voller. Die Polizei sperrte die Straße runter zum Kreisel. Es wurde noch auf die beiden nächsten Züge gewartet. Das Problem?
Das Problem war, dass die Züge jeweils bis zu 40 Minuten Zeitunterschied hatten. Und 1500 Eintrachter, die sich um 8 Uhr früh in Frankfurt am HBF getroffen haben, die stehen halt nicht allzu gerne 1,5 Stunden auf der Straße rum. Nach 30 Minuten hatten die Staatsdiener ein Einsehen und die Bäckerei war eingenommen.
Aber es blieb alles friedlich.
Der letzte Zug fuhr in den HBF ein und nahezu zeitgleich qualmte es aus dem selbigen heraus.
Viel Rauch um nichts.
Der Tross der Adlerträger setzte sich in Bewegung. Hier ein Feuerchen, da ein Wölkchen, aber KEIN Lauterer weit und breit zu sehen /hören.
Der Weg hinauf führt an Wohnhäusern vorbei, deren Hausbesitzer ich bemitleide. Jeden zweiten Samstag irgendwelche Vollpfosten, die Böller werfen, die Klingel zukleben und an die Hauswand/Garage pissen.
Nachdem der höchste Berg der Bundesliga erklommen war, wurde einem erst die ganze Masse bewusst, die da aus Frankfurt angerollt war. Unglaublich.
Die Eingangskontrollen waren mehr als ein Witz und hätte man beiden Vereinen etwas Böses wollen, dann hätte der Betzenberg brennen können.
Da standen wir nun im Steher, und haderten mit den Dingen, die da kommen mochten. Es gab im Stadion zwar Ordner, doch die kümmerten sich einen Dreck darum, dass immer mehr Leute über die Absperrzäune in den Steher kletterten. Da waren vielleicht 300, die sich als Kletterer auszeichneten. Auch von den anderen Blöcken kamen die Fans wie die Ameisen zu den Stehern und Sitzern. Die gesamte Osttribüne war ausverkauft, doch taten sich  hier und da freie Flächen auf, deren Mieter sich auf in die anderen Blöcke gemacht hatten. Jeder der schon auf dem Betzenberg war weiß, wie groß die Osttribüne ist. Sie war absolut in Frankfurter Hand, so wie das gesamte Stadion nach dem 0zu2.

Die Lauterer boten zu Beginn des Spiels eine nette Schnippsel-Choreo, mit einem großen Banner im Terrain. Die Frankfurter hatten neben der Metzger-Schürzen noch einen schwarz-rot-weißen Balken-Schal, auf der anderen Seite war „Lautern-Schweine“ zu lesen, welcher den Lautrern zu Beginn präsentiert wurde.
Zum Spiel gibt es wenig zu sagen, es war von beiden Seiten ein schwaches Spiel. Nikolov wurde durch den gehaltenen Elfer in der 24. Minute zum Held des Tages, wobei dann Gekas doppelt und Meier ein Mal trafen.

Erschreckend, was Lautern auf und neben dem Platz zeigte. Mit diesem Kader und in dieser Verfassung sind sie definitiv ein Abstiegsaspirant. Ein Abstiegsaspirant allerdings auch, weil der Betze früher eine „Hölle“ war. Auswärtsfans und deren Mannschaften machten sich schon in die Hosen, wenn man den Berg bestieg/befuhr. Nach dem verschossenen Elfer kam NICHTS mehr von den Rängen. Hier und da wurde versucht ein Wechsel-Gesang anzustimmen, welcher von uns mit einem aus 10000 Kehlen erklingendem „H*rensöhne“ darniedergemacht wurde. Der KSC kennt das ja noch von seinen Heimspielen vs FFM. ;-)
Komischerweise steckten einige Heimfans, zusammen mit den ganz besonderen Freunden aus S*u**gar*, immer und immer wieder Bengalos und diverse andere Dinge in Brand. Der Sinn dieser Aktion blieb uns allen verborgen. Bei der Eintracht rauchte es lediglich bei den Toren, ansonsten war es ein Heimspiel. Der Eintracht-Support ist hinlänglich bekannt. Aber ich war schon oft bei Bundesligaspielen aller Art, jedoch habe noch niemals derartig viele Auswärtsfans erlebt! Willenlos!

Ab der 75. Minute machten sich einige Hundert von der Haupttribüne auf und gingen nach Hause. Selbiges tat sich auf der Westkurve (HeimFANS), nach der 80. Minute. Oh mein Gott!
Armes Kaiserslautern.
Die Lautrer hatten nicht den Hauch einer Chance mehr, dieses Spiel zu ihrem Heimspiel zu machen.
Noch eine halbe Stunde nach Spielende wurde Oka Nikolov von 5000 Fans gefeiert.
Ein großartiger Tag auf dem Brezelberg.

Auf dem Weg zum Auto war dann wiedermal die Staatsmacht mit ihren Tausenden vertreten, zur Hilfe kamen Helikopter, Hundestaffel, Pferde, Kamera-Wagen…etc.. Das ganze Premborium.
Nachdem die Bahnunterführung am Kreisel in Richtung Stadt erst mal zu war, häuften sich dort Fans an. Auf ein Mal machten die Cops den Durchgang auf und einige Frankfurter stießen auf einige Lauterer. Hier ein Näschen, dort ein Schälchen, und schon waren die Cops wieder Herr der Lage.

Die Heimfahrt war problemlos!

Ich wünsche mir von Herzen, wie auch zig tausend andere Eintrachtfans, dass die Brezelbauern drin bleiben und der KSC irgendwann wieder hoch kommt. Und dann noch der Waldhof. Ach Gott…
So ein Sonntag ist es nämlich, was das Gefühl „Fussball“ ausmacht und das kann ich nicht gegen Hoppenheim oder Golfsburg bekommen!

Liebe Grüße, der Kleine Grimm!

 

Video (Tipp – um die 2:30 und 4:30!):
http://www.youtube.com/watch?v=Gvc4oMhrzZI&feature=player_embedded

http://www.youtube.com/watch?v=6eeSdxWpYa8

 



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