21.09.2011  11:16  Alter: 3 yrs

Smells like Meilenstein!

20 Jahre Nirvana Nevermind - ein Rückblick!

It smells like Meilenstein!


September 2011, Schulhof. Drei Schülerinnen der Zehnten Klasse treten an mich heran und fragen mich ob ich ihr Projektleiter für die anstehende Projektprüfung sein wolle. Thema: Nirvana.

Rückblick, September 1991. Nevermind, die zweite Platte von Nirvana. Es gab zwar schon schon vorher Versuche Rock mit anderen Musikstilen zu mischen: Run DMC, die Red Hot Chili Peppers, Faith no more, ... Doch niemals zuvor (und danach) ist Rock so cool gewesen. Hip ohne Hop! Mit welcher Aggressivität Kurt Cobain da in sein Mikro sang, hart aber fein, mit hymnenartigen Melodien, das ließ im Spätjahr 1991 niemanden kalt. „Smells like teen spirit“ wurde bei dem damals noch sehr coolen Musiksender MTV hoch und runtergespielt. Im K5 und jeder anderen Indie-Disko der Welt brannte die Tanzfläche.

Aufgenommen in den Sound City Studios, Van Nuys/Kalifornien, schaffte Nevermind etwas lange nicht mehr dagewesenes: Es revolutionierte die Rockmusik! Gingen die bisherigen großen Stilprägungen wie Beat, Metal, Punk und Wave allesamt von England aus, so kam Grunge nun nicht mehr aus London oder Liverpool sondern von der US Westküste, aus Seattle. Legendär das Plattenlabel Sub Pop, auf dem Nevermind zunächst erschienen ist. Das erste, was Produzent Butch Vig von der Band in den Händen hielt, war ein Mitschnitt des Songs „Smells like teen spirit“. „Ich konnte darauf nichts hören. Nur Lärm unterbrochen von einem 'Hello, Hello“, so Vig. Der namhafte Produzent machte seinen Einfluss geltend und arrangierte die von Kurt Cobain geschriebenen dreizehn Songs um. Er ebnete so den Weg zu einer Platte, die nach Pop klang und eine punkige Attitüde aus jugendlichem Lärm und Rebellion darstellte.

Die von der Songstruktur stark von den Pixies inspirierten Tracks waren rau und liebevoll, laut und leise. Was folgte war klar: Eine selten dagewesene Euphoriewelle erreichte in kürzester Zeit alle fünf Kontinente. Nirvana verdrängten mit Nevermind die Epoche des Pop am Beispiel Michael Jackson vom ersten Platz der amerikanischen Billboard Charts. Insgesamt wurde Nevermind fast 25 Millionen mal verkauft - und brachte die popkulturellen Plastikwelten der damaligen Zeit zum Schmelzen, allen voran natürlich der Überhit „Smells like teen spirit“.

Drei weitere Singles wurden ausgekoppelt. „Come as you are“, „Lithium“ und „In bloom“ wurden allesamt weltweit millionenfach verkaufte Hitsingles, die wie auch das Album mit Auszeichnungen und Awards überhäuft wurden. Nevermind öffnete Bands wie Pearl Jam, Smashing Pumpkins, Beck oder Radiohead die Tür. Die Redakteure des amerikanischen Rolling Stone Magazine wählten das Album im Jahre 2003 auf Platz 17 der 500 Greatest Albums of All Time. Ein echter Meilenstein der Rockmusik!

Ruhm und Ehre gepaart mit großem kommerziellen Erfolg - der sensible Sänger der Gruppe konnte daran nur kaputt gehen. So war es zwar ein großer Schock, keinesfalls jedoch überraschend, dass sich Kurt Cobain nur wenig später am 05.April 1994 das Leben nahm - und posthum zur Ikone der Generation X wurde.

Was bleibt sind die Musik und die Erinnerung. Was war das für ein Moment damals als Kurt Cobain, Dave Grohl und Krist Novoselic in unser Leben traten, auf irgendwelchen Partys irgendwo zwischen Mörsch und Malsch (ohne Madrid), Blankenloch und Busenbach. Irgendwann legte irgendwer die Nevermind-Kassette ein, die er vorher von der großen Schwester im Doppelkassettenrekorder überspielt bekommen hatte. Die Qualität der eigentlich perfekt abgemischten Platte war natürlich eine Katastrophe, doch wen störte es bei diesen Klängen. Ein fettes Ding!

Zurück zu meinen Schülerinnen. Ich habe ihnen natürlich zugesagt, ihr Projekt zu leiten. Selten ist mir eine Entscheidung leichter gefallen. Die Freude darüber, dass noch zwanzig Jahre später Nirvana auf reges Interesse stoßen, lässt mich vielleicht ein wenig die wohl größte Schmach meines Lebens vergessen lassen. Es wurmt mich noch immer sehr, dass ich an einem Mittwochabend im November 1989 in meine Stammdisko ging anstatt mit meinem Klassenkameraden Thomas Behling auf ein Konzert im Schwimmbadclub Heidelberg. Wer dort spielte? Dreimal dürft ihr raten! Zwei Jahre später erschien Nevermind...

Von Axel Goerke

 

(Axel legt auch aktuell in der Stadtmitte oder bei den Dangerfreak Partys immer wieder gerne Songs von Nirvana auf. Es rockt noch genauso wie am ersten Tag!)

 

 

 

Batschkapp, Frankfurt

Ich war Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger arbeitslos und hatte Spaß dabei! In meinem Umfeld sind damals alle auf die Indie Grunge Welle aufgesprungen (Gert vorneweg) die eigentlich zu keiner Zeit mein Ding war. Jedenfalls hörten viele meiner Freunde damals Sachen wie Mudhoney, Sonic Youth oder die Butthole Surfers und irgendwann kam einer an mit nirvana (bleach). alle fanden die band ganz toll, ich als Hardcore-Punkrock-Metal-Typ konnte denen rein gar nix abgewinnen. nun denn, es ergab sich, dass wer karten für ein Nirvana Konzert in der Batschkapp Frankfurt bestellte (irgendwann herbst 1991, Nevermind war wohl grade kurz vor dem Sprung über den großen Teich) und mich fragte ob ich auch eine nehmen würde. da alle gingen, getreu dem Motto Gruppenzwang, bestellte ich dann auch eine mit. VVK 20 DM, weiß ich noch wie heute!

Der Tag des Konzertes kam und wir standen vor der Batschkapp, ich habe mitbekommen, dass Leute weit über 100 Mark für ein Ticket des ausverkauften Gigs geboten haben und ich spielte natürlich sofort mit dem Gedanken die karte zu verhökern (ich war jung und konnte das Geld sehr gut gebrauchen, hehe) nach ewigen Überlegungen und hin und her hab ich mich dann doch entschlossen rein zu gehen, da ich nicht wusste was ich so treiben sollte während alle Kumpels drinnen abrockten. Kaum drinnen angekommen hatte ich meine Entscheidung schon bitter bereut, Urge Overkill standen auf der Bühne und ich fragte mich ob es irgend was langweiligeres gab damals. Ohren zu und durch. irgendwann standen Nirvana auf der Bühne und leider konnten auch die mich null komma null vom Hocker reißen, wobei ich dazusagen muss, ich kannte auch keinen einzigen Song damals von denen. Später lief dann „Smells like teen spirit“ auf MTV rauf und runter und ich fand den Clip dann auch ganz cool, vor allem war zu der zeit auf MTV nix vergleichbares zu sehen oder zu hören. heute kann ich mir auf die Fahne schreiben ich habe Kurt Cobain und Nirvana zu ihren besten Zeiten gesehen aber mehr auch nicht. ich war nie ein großer Fan und werd es auch nicht mehr werden.

Liebe Grüße Ede

Ede war lange Jahre Frontmann der Bruchsaler Hardcore Combo Baffdecks und tourte schon mit solcehn Größen wie Slime, NOFX, Bad Religion oder Sick of it all! Heute trifft man Ede häufig als Gast im Radio Oriente an. Musikmäßig mag er es aber immer noch etwas härter!

 

 

 

Nevermind

Seit langem mal wieder schiebe ich die schon völlig verkratzte CD in den Player. Sie hat unter den Jahren gelitten. Auf wenn ich sie einwandfrei als MP3-Version abspielen könnte, so machen es mir doch die vielen kleinen Schrammen und Hüpfer der CD erst möglich, das Feeling für die Platte und meine Erinnerungen damit zu bekommen.

Nun ja, 20jähriges Erscheinen. Da war ich grade mal fünf Jahre alt.
Somit lernte ich Nirvana eigentlich erst etwas später wirklich kennen…

Ich war frisch 13 Jahre alt geworden und mein erstes Mal Tanzen im Jugendzentrum stand auf dem Abendprogramm. Voller Aufregung betrat ich den Kellerraum. Überall Graffiti, Nebel (weniger von der altersschwachen Nebelmaschine, mehr vom Qualmen und Paffen der Anwesenden), alte durchgesessene Couchen und überall der Geruch nach dem obligatorischen Pennymarkt-Rotwein mit ebenfalls dort erworbenem Cola-Imitat. ‚Korea’ wie ich noch an diesem Abend lernen sollte.
Gekrönt wurde die Szenerie von dem dröhnenden Sound der völlig übersteuerten Anlage die in einer Tour…ja was wohl…Nirvana spielte.

Zunächst völlig eingeschüchtert von der Atmosphäre und den vielen coolen Leuten um mich herum, akklimatisierte ich mich doch relativ schnell und war nach kürzester Zeit auf der Tanzfläche in meinem Element und ließ die Haare zu ‚Lithium’ durch die Luft wirbeln.

Zwei Tage später war ich stolze Besitzerin der ‚Nervermind’,  einem Paar DocMartens (ich besitze sie heute noch) und einem schwarzen Kajal! Fortan schnitt ich Löcher in meine Jeans, robbelte meine Chucks im Kiesbett des Baggersees auf ‚gebraucht’ statt ‚neu’ und bekniete meine Mutter Wochenende für Wochenende eine Stunde länger als bis dato erlaubt, im ‚Jotze’ bleiben zu dürfen.
Die Nevermind wurde zum steten Begleiter. Dank des Walkmans kamen Kurt und Co. mit in die Schule und rebellierten mit mir gegen den Matheunterricht und das Dauergeschnatter meiner weiblichen Mitschülerinnen über Backstreet Boys, `N Sync und Britney.
Und natürlich durfte die CD auch auf keiner Party fehlen.

Einige Jahre später. 2007.

Ich sitze nach durchzechter Nacht in der Kellerbude meiner Kommilitonin Steffi, die mich Norddeutsche in die Pfälzer Clubszene eingeweiht hat. Wir gammeln auf ihrer Couch, trinken die letzten Vorräte leer und ich lasse meinen Blick durch das Zimmer schweifen und bleibe an einem Poster hängen. Da sitzt er. Lederjacke, die Gitarre auf dem Schoß, das blonde Haar fällt in sein Gesicht und er zieht lässig an seiner Selbstgedrehten. Wer kennt diesen fleischgewordenen Grunge- Mädchen- Traum in schwarz- weiß nicht?!

Während Steffi verzweifelt versucht in ihrem Zustand das Bier mit den Zähnen zu öffnen, erzählt sie mir, wie ausgesprochen attraktiv sie Kurt auf diesem Bild findet und dass sie ja erst recht spät zu seiner Musik gefunden hat.

Ich pflichte ihr bei, dass das Poster gut gelungen ist und ich die Musik gerne höre und sie schlägt mir daraufhin vor, Karten für ein Konzert in unserer Nähe zu besorgen. Auch das habe von Kurt gelernt: Das Leben in der Pfalz scheint manchmal wohl etwas anders abzulaufen.

Nachdem ich Steffi prustend mit Tränen in den Augen aufgeklärt hatte und sie den ersten Schock überwunden, landete nicht nur das erste Couchkissen in meinem Gesicht sondern tragischerweise auch das letzte Bier in dem Sitzmobiliar.

Danke Nevermind! Danke Nirvana!

 

Von Gina Cassiopeia

 

Gina war lange Zeit die vielleicht schönste Bardame im kultigen K5. Heute trifft man sie in der Stadtmitte, immer häufiger in letzter Zeit auch an den Turntables. Gina wird zudem als Gast DJane an der nächsten Dangerfreak Party im Brasil (15.10.) teilnehmen.



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