Von: Axel Dangerfreak
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LCD Soundsystem in Luxemburg oder El Erlöser feiert ein letztes Wochenende in Freiheit!
Unser alter Freund und Kupferstecher Jens Schätzle, äh Heilig, auch bekannt als DJ El Erlöser, heiratet. Nicht irgendjemanden noch dazu: Christine, die perfekte Spielerfrau! "Eine gute Wahl" hört man das Volk jubeln! Doch damit nicht genug. Ein Junggesellenabschied sollte gefeiert werden. Die Wahl fiel dabei auf eine große Unbekannte. Nach Luxemburg sollte die Reise gehen. Mit 14 Mann zu LCD Soundsystem...
Sammelmails. Ich hasse sie! Zugegeben, hin und wieder habe ich auch schon eine rausgehauen... Aus dem Urlaub vornehmlich oder als Ankündigung großer Ereignisse. Aber im Grunde hasse ich sie. Was sich aber im Umfeld der großen Hochzeitsfeierlichkeiten abpielte sprengte jeden Rahmen. Und mein Postfach. ABER: Es hatte wirklich Gutes! In relativ kurzer Zeit organisierten wir einen Ausflug, der es in sich haben sollte - und an den unser Herr Bräutigam noch sehr lange zurückdenken wird.
Es war schlicht großartig! Luxemburg, du Perle im Herzen Europas!
Wenn man sich ganz ehrlich fragt, so mag man es nicht ganz verstehen, was eine Gruppe von 14 Männern in diesem Kaff verloren hat. Wir stellten uns die Frage auch und wussten ganz schnell ein paar Antworten. Da war noch keiner! Die Stadt soll schön sein, eine Busfahrt lustig! Und es spielten LCD Soundsystem in der Stadt, noch dazu im berühmten Musikclub Den Atelier!
Es konnte los gehen...
Frank Beckhambauer hatte mit Frau und Chef alles klar gemacht und so konnte wir starten. Sehr lustig wie man den Zukünftigen beim Reiseziel im Unklaren ließ (Unser Flieger geht gleich, gib Gas! Ich glaube wir müssen die Spätfähre nehmen! Haben wir eigentlich Schneeketten dabei?) und man mit den Jungs auf den hinteren Plätzen dummschwätzen und biertrinken konnte. Man musste ja nicht fahren. Schon gar nicht im Feierabendverkehr von Luxembourg City... Was sich da abspielte, man mag es nicht glauben. New York, Rio, Tokio, Scheißendreck dagegen. Lutzens Reiseführer hatte uns zu spät davon berichtet, genau in dem Moment nämlich, als wir mittendrin waren im Feierabendverkehr von Lëtzebuerg, so der alte Namen des Großherzogtums. Egal, wir saßen schließlich nicht auf dem Trockenen... Irgendwann hatten wir unser Ziel dann aber doch erreicht. Marcel hatte uns in der super und komplett modernisierten auberge de jeunesse einquartiert. Außer einer Dusche bei Ankunft und ein paar wenigen Stunden Schlaf hatten wir zwar nicht viel davon aber hallo: Wir waren ja auch nicht zum Spieleabend da!
Es konnte also los gehen. Und zwar big style.
Mit dem Bus den Berg wieder hoch (die Stadt ist voller auf und abs, krass!) und vom Bahnhof, der aussah wie der Bruder vom Karlsruher Bhf, vorbei an Bars zum besagten Veranstaltungsort. Das Den Atelier war dann auch absolut klasse. Schnell hatten wir uns die besten Plätze gesichert, natürlich die auf der Empore und direkt neben der Bar. Die Vorband war schon gut. Doch LCD Soundsystem sollte richtig rocken! Am Anfang noch recht gemächlich, Marcel fand es sogar nur durchschnittlich. Später aber umso heftiger. Längst war eine hart feiernde Kleingruppe unten in der Menge. Und tanzte was das Zeug hielt. Die Band machte ihrem Ruf als Liveband der Extraklasse alle Ehre und das Den Atelier bot den perfekten Rahmen dazu. Obwohl die Combo aus Brooklyn nicht mal alle großen Hits spielte (kein North American Scum, kein Daft Punk is playing in my House!) war die Stimmung unfassbar. Die vielen neuen Songs machten verdammt Lust auf das diese Tage erscheinende Album, mit dem sich LCD Soundsystem laut Pressekritiken zur Legende machen wird. Elektro-Funk-Punk der absoluten Spitzenklasse. SO muss tanzbare Musik heute klingen! Im Gegensatz zu sonstigen Konzerten, hoffte ich diesmal so sehr, dass das Konzert noch Stunden andauern sollte.... Leider war dann irgendwann doch Schluss (New York, I love you).
Wir zogen also weiter in die Stadt. Diese war immer noch hübsch rausgeputzt und ihre BewohnerInnen wollten es ihr gleich tun. Lauter nette und hübsche junge Menschen, überaus international dazu. Über den ganzen Abend lernten wir Leute aus bestimmt zwanzig Ländern kennen. Aus Luxemburg keinen. Gibt es sie überhaupt, die Letzebuergerin, den alten Letzebengel? Wir waren im sagenumwobenen Le Palais, in The Tube und noch dem einen oder anderen Discopub. Wenn man ehrlich ist, waren die Leute allesamt recht langweilig und auch die große Party konnten wir nicht wirklich ausfindig machen. Also machten wir eine draus. Wir hatten jede Menge Spaß. Eine Diskokugel sorgte bei mir persönlich für ein etwas andere Ende der Nacht. Die Jungs bestellten derweil noch fleißig weiter und nicht wenige Luxemburger Barbesitzer werden es kaum verkraftet haben, dass wir am nächsten Tag wieder zurück nach KA fahren sollten...
Schön wars! Da haben sich die Sammelmails dann doch noch gelohnt...:)
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