Von: Axel Dangerfreak
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Das gibt's doch gar nicht: Tumulte in Freiburg!
Kalkbrenner & Underworld @ Sea of Love (and Disorganisation) Ein neuer Konzertbericht auf www.dangerfreak.info
Man muss sich das wirklich vorstellen... Im ah so friedlichen Freiburg drehen die Leute durch! In einer Stadt, in der selbst Fußballfans immer den richtigen Ton treffen ("Nimmt dem Schiri die Pfeife aus der Hand!") und Kinder ausschließlich mit pädagogisch wertvollem Holzspielzeug spielen, kommt es bei einem Musikfestival zu Ausschreitungen, Polizisten werden angegriffen und Zelte abgefackelt. Wie gesagt: In Freiburg! Da muss also schon einiges vorgefallen sein...
Und tatsächlich! So ein schlechtes Festival hat nicht nur Freiburg sondern wahrscheinlich die ganze Welt noch nie gesehen! Ich rede dabei ausdrücklich nicht von den Künstlern, die beim Sea Of Love aufgetreten sind, zu denen gibt es später noch ein paar warme Worte. Was die Besucher zur Weißglut treiben sollte waren andere Dinge:
Abzockerei! Übertriebene Getränkepreise muss man ja quasi bei einem solchen Festival in Kauf nehmen. Dass aber auch für eine kleine Flasche Wasser 3 € verlangt werden, ist eine andere Sache. Zumal es zunächst hieß, dass es Wasser für lau und umme gebe. Irrtum! Am frühen Samstagabend gab es schlicht und einfach gar keines mehr - es war ausverkauft! Unverschämt auch die Sache mit den VIP Tickets! 50 Tacken mehr bezahlen als der Otto-Normal-Besucher dafür aber einfachheitshalber gar keine Extraleistungen zu bekommen: Unverschämt!
Fehlkalkulation! Wie kann es sein, dass Festivalbesucher nicht auf die After-Party zugelassen wurden obwohl sie schließlich dafür bezahlt hatten! Wen wundert es da, dass es in der Folge zu Ausschreitungen kommt? Andere Besucher wurden gar nicht erst auf den - teuer bezahlten - Campingplatz reingelassen. Unfassbar die Geschichte mit den Shuttle-Bussen! 30-40.000 Leute wollten nach Moby und co. zurück in die Stadt, zur Messe bzw. dem nächsten Campingplatz. Nur: Wie sollten sie da hinkommen? Wenn die Geschichte letztes Jahr nicht in Duisburg passiert wäre, man würde den Namen Freiburg mit Tod und Panik verbinden. So blieben die Leute im Gedränge noch vergleichsweise rücksichtsvoll - oder gingen wie ich gleich zu Fuß zurück in die Stadt. Und die war 12 km entfernt!!! Wieder andere versuchten zum Autobahnrasthof zu gelangen - indem sie unter Lebensgefahr die A5 zu überqueren versuchten!
Man kann folglich nur hoffen, dass dieser Konzertveranstalter nie wieder etwas Größeres organisieren darf - und die Leute ihre Kohle zurückbekommen! Ärger hatte man ja wahrlich mehr als genug!
Wie angekündigt noch kurz zu den Musikern und DJs! Das Line-up des Sea of Love Festivals las sich in der Tat wie ein Who-is-Who der elektronischen Musik: Die Kalkbrenner Brüder, Moby, Underworld, Moonbootica, Lexy K and Paul, Miss Kittin, Ricardo Villalobos, David Guetta... Das was wir sahen war klasse. Die Stimmung war nicht nur beim Kalkbrenner Paule auf dem absoluten Höhepunkt. Moby war großartig und Underworld schlicht und einfach die Krönung eines - an sich - tollen Konzertabends. Wenn eben nicht die unsäglichen Begleiterscheinungen gewesen wären....
Sonntagfrüh verliessen wir Freiburg um in Goldscheuer (Katholische Kirche, modernisiert von Stefan Strumbel / Atelier Kontrast) Kerzen für den KSC anzuzünden und dann mit einem Sieg in die neue Saison zu starten. Dort war dann alles auch ganz friedlich...
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