14.04.2010  21:06  Alter: 2 yrs
Von: Andy di Buono
Ein Kommentar

Andy hat Reisefieber...

“Der kuerzeste Weg zu dir selbst fuehrt dich um die ganze Welt” - getreu diesem Motto machte ich mich im August 2009 auf den Weg nach Moskau und St. Petersburg. Mit der Transib ging es quer durch Sibirien, ueber die Mongolei bis nach Peking (Transmongolische Strecke). Von Hong Kong wieder einmal nach Thailand, nach einem Monat Surfen auf Bali, dann ueber Singapur und Tokyo nach Hawaii. Weihnachten in Kalifornien und Neujahr Surfen in Costa Rica. Von Panama aus mit nem Segelschiff nach Kolumbien. Anschliessend ging es durch Ecuador ueber Lima/ Peru nach Bolivien und nun ueber Paraguay nach Brasilien.

Liebe Dangerfreaks aus Karlsruuuuh,

nachdem ich bereits zweimal die grosse Ehre hatte, die Dangerfreak- Crew als DJ zu unterstuetzen, moechte ich mich nun als “Author” versuchen. Just in diesem Moment befinde ich ich mich im Flieger von Asuncion/ Paraguay nach Sao Paulo Brasilien. Die Turbulenzen schuetteln gerade mein Rotweinglas durcheinander und machen das Schreiben schwierig, doch ein Italo-Schwabe (sorry, kann au nix dafuer!!! Scheiss VfB!!!) mit sehr grossem badischen Einfluss der jetzt in Muenchen wohnt gibt so leicht nicht auf und wird nun versuchen, euch einige Eindruecke meiner Reise im Rahmen meines Sabbaticals im Schuljahr 2009/ 2010 zu schildern.

“Der kuerzeste Weg zu dir selbst fuehrt dich um die ganzeWelt” - getreu diesem Motto machte ich mich im August 2009 auf den Weg nach Moskau und St. Petersburg. Mit der Transib ging es quer durch Sibirien, ueber die Mongolei bis nach Peking (Transmongolische Strecke). Von Hong Kong wieder einmal nach Thailand, nach einem Monat Surfen auf Bali, dann ueber Singapur und Tokyo nach Hawaii. Weihnachten in Kalifornien und Neujahr Surfen in Costa Rica. Von Panama aus mit nem Segelschiff nach Kolumbien. Anschliessend ging es durch Ecuador ueber Lima/ Peru nach Bolivien und nun ueber Paraguay nach Brasilien.


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In den folgenden Zeilen moechte ich ueber ein Land berichten, dass mich auf diesem Trip zusammen mit China am meisten fasziniert hat- KOLUMBIEN; und so versuchen in Euch Fernweh und Reiselust zu wecken.

Nach einem wirklich anstrengenden und von unserem - meist betrunkenem- Captain gepraegten Segeltoern, ging es also von Panama (ueber die San Blas- Inseln mit Traumstraenden) in Richtung Kolumbien. Eigentlich war der Hafen von Cartagena, eine wunderschoene Kolonialstadt im Nordwesten von Kolumbien, das Ziel unserer Fahrt. Doch da unser durchgeknallter drunken Sailor seinen Trieben nachgehen musste, wurden wir in Capurghena, einem winzigen, aber charmanten Fischerort in der Naehe der Grenze zu Panama abgesetzt. Dort angekommen wurde uns (meiner Freundin Martina und mir) in einem unscheinbaren Minizimmer ein 45taegiges Visum ausgestellt. Capurghena ist ein kleines verschlafenes Dorf (ohne Geldautomaten!!!), jedoch mit sehr viel Charme. Das Zentrum bildet ein abgefuckter Fussballplatz auf dem ein Pferd grast und abends ebenso als Tanzfleche fuer 3 Dorfdiscos dient. Bei unserer Erkundung sind wir einfach mit Boardershorts in eine Schule gegangen und haben in einer Klasse ein bisschen Englisch unterrichtet. Sowohl fuer Lehrer als auch fuer die Schueler (und fuer uns) war das eine sonderbare Begegnung.

Wenn man an Kolumbien denkt, dann fallen einem sofort Drogen, Pablo Escobar, Gewalt und Kriminaliteat ein. Freunde des kreisrunden Leders denken natuerlich zudem noch an Ikonen wie Carlos Valderama (“Liebe Zuschauer, die Klobuerste die da soeben jubelt, dass ist Carlos Valderama...”- glaube Toepperwien WM' 94) und natuerlich Rene Higuhita und Rincon (Schuetze des 1-1 WM '90 Tunnel gegen Bodo Illgner). Unsere Skepsis und Aengste sollten aber sehr schnell verfliegen. Jedenfalls machten wir uns notgedrungen auf dem Landweg nach Catagena, die Stadt, von der ich nur wusste, dass sie als das Juwel Lateinamerikas gilt und sehr teuer und touristisch sein soll. Und in der Tat habe ich diese Stadt auf Grund ihrer Architektur und ihrer tollen Altstadt als etwas ganz besonderes empfunden. Die Preise sind absolut ok und ich habe auf meinen Reisen durchaus touristischere Orte erlebt. Wir kamen im Stadteil Gatsemani im Casa Viena unter. Die meisten Hostels haben Eisengitter und es wird sehr auf Sicherheit geachtet. Sobald man einen Schritt vor die Tuer setzt wird einem auch direkt Koks angeboten (fuer die Suechtigen bzw. “Statistiker” unter Euch: Gramm ab 5 Euro) und man wird staendig mit bettelnden Menschen konfrontiert. Wenn man jedoch positiv an die Sache rangeht dann passt das.

In solchen Faellen kaufe ich meistens ein paar Brote und die gebe ich dann eben an die Beduerftigen weiter. Wer wirklich in Not ist und an Hunger leidet nimmt diese Hilfe dann auch zumeist dankbar an. In solchen Momenten wird mir dann meist bewusst, wie gut es mir persoenlich geht und dann mochte man sein 30 Euro Quiksilver-Shirt gerne gegen 800 Broetchen eintauschen. Naja, man kann nicht alles aendern.

Cartagena ist auf jeden Fall ein Muss und wenn man sich nicht scheut auf die Menschen zuzugehen und sich in die Strassen traut, wird man schnell merken, dass die Kolumbianer ein sehr extrovertiertes, freundliches und sehr hilfsbereites Volk sind. Ein absoluter Highlight fuer mich war als Martina und ich uns am Plaza Trinidad ein Bier vor einer Kirchentreppe goennten und die einheimischen beobachteten. Jung und Alt waren in dieser lauhen Sommernacht mit Stuehlen auf den Strassen. Dieser Platz ist sehr ueberschaubar und besteht nur aus einer Kirche und 2 bis 3 Bars, vor denen zum Teil ein Pizzaofen aufgebaut ist. Ploetzlich geht ein Beamer an und eine Wand wird mit Michael Jackson- Videos angestrahlt. Einige kinder begannen sofort zu tanzen und der ganze Spot war ploetzlich im Jacko- Fieber. Ueberragend! A moment to remember.

Eine sehr aussergewoehnliche Erfahrung war unser Schlammbad 40km ausserhalb von Cartagena. Ob dieses wirklich so gesund und hygienisch war? Naja, Spass war es allemal!

Nach 5 Tagen zogen wir weiter gen Norden Richtung St. Marta und Taganga. Letzteres ist ein kleines Fischeroertchen welches ganz nett zum relaxen ist und sich als Ausgangspunkt fuer Ausfluege zum Parque Tyrona und in die Ciudad Perdida eignen. Da wir San Blas nicht zu toppen war und der Carneval anstand zogen fuhren wir aber wieder zurueck in das 2 Stunden entfehrnte Baranquilla– das Koeln und Duesseldorf Kolumbiens Kolumbiens zur Narrenzeit. Von einem Einheimischen bekamen wir eine Adresse und einen Namen: Carlos. Wir wussten nicht was uns erwartet, ausser, dass Hotels in der Carnevalzeit das Doppelte bis Dreifache kosten. Am Telefon sagte er noch “First come first serve”. Am Ziel angekommen lernten wir “Carlito” plus seiner Family und die Wahrheit hinter seiner Aussage auch gleich kennen. Der Typ hat in einem schoenen Mietshauskomplex einfach 2 grosse 4-Zimmer-Wohnungen fuer 5 Tage als Backpacker- Hostel umfunktioniert. Von einer 50 Euro Honeymoonsuite bis zum Matratzenlager fuer 10 Euro/ Bett gab es alles. Die naechsten 4 Tage sollten sich hier Szenen abspielen, die aus dem genialen Kultstreifen Trainspotting haetten stammen koennen. Staendig torkelt jemand von der Feier heim oder es liegen Gruppen im Hausflur, dem Wohnzimmer oder mit Decken im Vorgarten. Man wacht auf und moechte sein Morgenurin loswerden und noch bevor man das Badezimmer erreicht werden einem gratis “kolumbianische Delikatessen aller Art” Angeboten. Wem es gelingt dieser Zona Rosa zu entrinnen, der macht sich mit Rasierschaum und Mehl auf den Weg in die City, um einer Parade beizuwohnen oder auf den Strassen mit den Einheimischen zu tanzen. Carnaval de Baranquilla, mui amable.

Nachdem jedoch ploetzlich finstere Gestalten aus Ungarn mit blutendem Auge neben uns aufgewacht sind, machten wir uns auf den Weg nach Medellin, einer Stadt, in der man normalerweise 2-3 Tage verbringt. Die Leute (“Paisas” )waren aber so liebenswert, offen und cool, dass wir dann doch 8 Tage geblieben sind. Medellin ist von einem Mann gepraegt worden- Pablo Escobar. Fuer die einen der Held, fuer die anderen der Teufel in Person. Der Drogenbaron von Medellin hat dieser Stadt viel Gewalt und negative Schlagzeilen verschafft, andererseits auch vor allem die Armen immer wieder unterstuetzt. Mitte der 90er wurde Escobar schliesslich von der Polizei erschossen und Medellin versucht seitdem sich von seinem Negativimage zu befreien. Kuenstler wie Botero schmuecken die Innenstadt mit ihrer Kunst und ihrem Einfallsreichtum. Immer mehr werden neue und moderne Gebaude oder Plaetze gebaut, so z.B. Die Universitaet von Medellin.

Ganz besonders bekommt man die Wandlung Medellins im Viertel St. Domingo zu spueren. In den letzten Jahren wurde in dieser am Hang gelegenen einfachen Gegend eine Seilbahn und eine futuristische Buecherei gebaut. Das schoene daran ist, dass diese auch von den einfachen Leuten und vor allem den Kindern von St. Domingo genutzt wird. Wir sind einen ganzen Nachmittag den Hang heruntergelaufen und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wo vor ein paar Jahren noch Menschen in den Strassen ermordet wurden, ist man den Anblick von Touristen noch nicht gewohnt und so wurden wir wie Aliens angeschaut. Wir sind nur netten und neugierigen charmanten Menschen begegnet und fuehlten uns eigentlich nie wirklich unsicher. Ich hoffe meine Schilderungen kommen auf den Bildern nur halbwegs rueber.

In Salento, einem idyllischen Bergdorf, besuchten wir eine Kaffeeplantage: Bogota mussten wir aus Zeitgruenden leider auslassen; dafuer ging es weiter nach Ecuador und Bolivien. Hier noch einige Pics von einem abgefahrenen kleinen oeffentlichen Park mitten in Guayaquil/ Ecuador und von der umwerfenden Salzwueste in Uyuni/ Bolivien. Wer mehr ueber die anderen Spots bzw. Ueber meinen Trip erfahren moechte, darf gerne auf www.andyhatreisefieber.blogspot.com vorbeischauen. Wer direkt Fragen zu einem Land hat kann sich gerne per Email (pfaff1(at)web(dot)de) melden.

Gruesse in die Heimat von der Copacabana aus dem fantastischen Rio.

Euer Andy Dangerfreak Muenchen



Kommentare

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Axel Dangerfreak

Mittwoch, 14-04-10 22:14

Hey, Andy! Sensationell!!! War ja die ganze Zeit immer schon auf deinem Blog und lass mich einfach überraschen, wo du als nächstes deine Zelte aufbaust! Buenos Aires rockt, was?

 
   
 

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