19.08.2010  20:07  Alter: 1 yrs
Von: Frido
Ein Kommentar

Sziget Festival 2010

Die Dangerfreaks Frido, René und Steffen in Ungarns Hauptstadt Budapest beim Sziget, einem der größten Festivals Europas.

 

Da es uns dieses Jahr nicht gelang, auf eines der herkömmlichen Festivals in der Umgebung zu pilgern, blieb uns nur die Reise in die ungarische Hauptstadt. Genauer gesagt auf eine Donauinsel zwischen Buda und Pest. Ein Besuch auf dem Sziget 2010 stand auf dem Plan. Auf unsere holländischen Mitreisenden, die uns neben ca. 8 Stunden Zugfahrt aus Amsterdam auch einige Bierchen etc. voraus waren, konnte keine Rücksicht genommen werden, und spätestens ab Ulm war man auf dem gleichen Level. In weiser Voraussicht, ob der bevorstehenden 8 Tage Zeltübernachtung wurde dann nach durchfeierter Nacht zwischen 07.30 Uhr und 08.30 Uhr der nötige Schlaf eingeholt. Angekommen in Budapest musste nun erst einmal ein geeigneter Schlafplatz gefunden werden. Schattig sollte er sein und etwas abgelegen. Kurzum schlechte Wahl, da Büsche und Bäume magnetische Wirkung auf männliche Blasen zu haben scheinen. Egal, man gewöhnt sich dran, und solange kein Wind geht oder man sich nicht am Zelt aufhält oder die Luft anhält, bekommt man auch nix mit.

Nun sollte es losgehen und wir waren schon so gespannt. Denn weder Steffen, René noch Frido hatten Erfahrung mit einem Festival dieser Größenordnung. Laut Angaben der Veranstalter wurden 500.000 Besucher auf der Insel erwartet, diese lauschten 900 verschiedenen Bands und Kapellen verteilt auf knapp 60 Bühnen. Also ganz schön groß und unübersichtlich. Da man von der Zugfahrt noch leicht verkatert war, konnte zu unser aller Freude wenigstens die Mainstage gefunden werden, auf der am Tag 1 hauptsächlich ungarische Folklorekünstler ihr Bestes gaben, den Abschluss machte dann UB 40. Apropos Abschluss, wir blieben dann auch am ersten Tag in der Nähe der Hauptbühne. Zu unserer eigenen Verwunderung wurden wir von "unserem" Barkeeper am nächsten Tag mit Namen und neuer Armbanduhr begrüßt. Der Abschluss von Tag 0 erfolgte dann auf einer Bar, welche hauptsächlich von Holländer frequentiert wurde. Und ich meine "auf einer Bar".

 

 

Da es nun auch noch einen René gab, der sich einige musikalische Leckerbissen anhören wollte, liefen Steffen und Frido an dem folgenden Tag, dem eigentlichen Festivalbeginn, den Alkohol relativ schnell wieder raus. Es war eine Hetze von Bühne zu Bühne von Elektro zu Elektro. Dabei klingt für mich doch eh alles gleich. Es sollte dann auch die erste Nacht werden in der wir alle zeitgleich und südlich der 2 Promillegrenze ins Bett gingen. Also in ein Zelt, furchtbare Nacht. Uns war schnell klar, dass das so nicht weitergehen gehen kann und in den darauffolgenden Nächten hatten wir wieder die nötige Bettschwere. Dies wurde uns allerdings auch erleichtert, da unsere nun ständigen Begleiterinnen Elke und Claudia (die hießen wirklich so) einen solchen Durst hatten, dass wir regelrecht mitgezogen wurden.

Ach ja beraubt worden sind wir auch. Ausgerechnet in der einzigen nüchternen Nacht, in der wir zu dritt im Zelt lagen, wurden Steffen neben 140 Euro und Handy auch noch der Kulturbeutel und unser kleiner Minifußball geklaut. Eine absolute Frechheit!

Die letzten Tage verliefen alle ähnlich: Mittags schweißgebadet aus dem Zelt kriechen, vorm Zelt dem unsagbar lautem Soundcheck der Bühnen lauschen, wieder einschlafen. Irgendwann von unseren biertrinkenden Mädels zum Alkohol verführt werden, duschen und etwas Essen (bevorzugte Mahlzeiten neben den ca. 1000 ungarischen Fleischspezialitäten waren Steffens Gyrostasche vom Gyrosmeister höchstpersönlich, Pizza und Nudeln). Dann konnte der Abend beginnen.

Neben den unzähligen Künstlern, die wir uns anhörten (mehr oder weniger), bleibt mir ein ganz besonderes Ereignis in Erinnerung. Steffen tanzte sich während des Nina Hagens Konzertes in einen solchen Rausch (oder hatte er den schon mitgebracht?), dass es aus seiner Sicht ausgeschlossen schien, das Konzert mit Oberbekleidung weiter zu verfolgen. Sein T-Shirt wurde von unseren Begleiterinnen in Obhut genommen, was Steffen allerdings vergaß und sich kurze Zeit später wahnsinnig aufregte, dass ihm jetzt sogar noch neben seinem Handy, Geld, Ball, Kulturbeutel sein T-Shirt geklaut wurde. Am nächsten Morgen erwachte er auch am Gyrosstand seines Vertrauens und alles war in Ordnung.

 

 

Naja, während sich ca. 500 Meter entfernt bei den Europameisterschaften im Schwimmen die europäische Beckenelite um die Wette kraulte, verbrachten wir unsere Zeit damit, kulinarischen und musikalischen Genüssen zu frönen. Wäre die anstrengende Rückfahrt mit den unmittelbar vor Abfahrt noch auf der oben genannten Bar tanzenden Holländern nicht gewesen, dann wären wohl drei Tage nach Rückkehr in Karlsruhe wohl auch nicht zwei von drei Mitreisenden krank. Gutes Immunsystem René.

 

 

Kulturprogramm: Marktbesichtigung in Budapest, Thermengang und Donaurundfahrt im Regen.

Über die einzelnen Bands kann ich jetzt net viel schreiben. Zum einen hab ich einige gar nicht gekannt, fand sie aber ganz ok, zum anderen waren es einfach zu viele.

 



Kommentare

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Axel Dangerfreak

Freitag, 20-08-10 12:08

Fantastisch!!!!

 
   
 

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