Von: Axel Dangerfreak
10 Kommentare
Strandleben in Japan oder: Wie wir dem Bürgermeister von Shimoda die Hand schüttelten...
Japan ist bekanntermaßen ein Inselreich und hat als solches mehr Küstenlänge als etwa Spanien, Italien und Frankreich zusammen. Dennoch weiß im Grunde niemand etwas über die Strände des Landes - und noch weniger darüber wie sich die Japaner an diesen verhalten... Zeit, diesem auf den Grund zu gehen!
Nach unserem Fuji-Abstieg machten wir uns schnurstraks mit der Japan Rail auf den Weg Richtung Izu-Hanto, einer unweit gelegenen Halbinsel mit tollen Stränden. Wie eingangs beschrieben ist Japan nicht wirklich für außerordentliche Strände bekannt. Es gibt sie zwar, doch man muss sie schon suchen (und finden). Die Traumstrände von Okinawa sind eine ganze Ecke weit weg und liegen näher bei den Philippinen denn vor der Haustür Tokyos. Und der Rest der schier unendlichen japanischen Küsten ist eher unwirklich, kliffartig, steil, zum Baden weitgehend ungeeignet. Doch da Marcel und ich alte Hunde sind, sollten wir schon noch fündig werden, auf der Izu-Hanto eben.
Püntklich spuckte unser Zug uns zunächst in Ito aus - wie nicht anders erwartet: Hier fährt jeder Zug, jede Metro auf die Sekunde genau ab. Verspätungen wie wir es in Deutschland gewohnt sind, gibt es nicht und falls doch, werden diese als major problem angekündigt. Selbstmorde werden in Japan zumeist mit dem Wurf vor einen Zug begangen, hauptsächlich von Rentnern, die nach gefühlten hundert Jahren im Dienste der Firma, mit ihrer neu gewonnen Freizeit bzw. ihrer persönlich gefühlten Unbedeutsamkeit nichts anfangen können. Auch unglücklich verheiratete Frauen wählen des Öfteren den Freitod als letzte Chance zum Mittel - oft auch von der Hängebrücke am Kadawozaki Point aus, unweit von Ito an der Jogasaki Coast gelegen. Wir fuhren hin, mit dem Zug, und das Glück war mal wieder auf unserer Seite. Kein Suizid, kein major problem, dafür beeindruckende Naturschönheiten, Buchten, Klippen, Inseln - selbst Godzilla störte uns nicht! Dieser stieg damals aus einem Vulkan der unweit gelegenen O-shima Island um Angst und Schrecken Über Tokyo zu bringen...
Auf der Suche nach dem perfekten Strand ging unsere Reise weiter gen Süden, genauer nach Shimoda. Wieder kamen wir in einem traditionellen Ryokan unter, erholten uns im hauseigenen Onsen, der japanischen Sauna, und ließen alle Viere grade sein. Das bisschen Stress, das wir uns auferlegten, war die tägliche Fahrt bzw. Wanderung zu einem der dutzenden Strände im Umkreis dieser beschaulichen Kleinstadt, von uns liebevoll "Klein-Rio" genannt.
Ob am schönen Shirahama Beach oder dem etwas wilderen und von Surfern stark frequentierten Kisami Ohama Beach, es war gut was los. Das japanische Strandleben unterscheidet sich dabei überraschenderweise gar nicht mal so sehr von unseren Gepflogenheiten. Zugegeben: Wir haben noch nie so viele Schwimmreifen und Bodyboards gesehen und auch das Einbuddeln seiner Freunde scheint hier ganz großes Kino zu sein. Auch dass die schönsten Frauen am Strand ebendiesen am Ende des Tages reinigen, ist uns eher unbekannt. Dazu die typischen und weltweit bekannten Beachboys, tätowiert und meist mafiös, die Tussis der Großstadt, ein paar lustige Inder, ein einziges Sehen und Gesehenwerden. Doch im Grunde war es wie immer auf dieser Reise: Japaner beobachten macht einfach mächtig Spaß, ob am Strand oder in der Stadt. Apropos Stadt: Shimoda ist ein kleines Nest und bietet doch die vielleicht coolste Soul Bar, in der wir uns je wieder fanden. Marcel liegt mir heute noch in den Ohren ("wenn es das nur in Karlsruhe gebe...") Ja, Shimoda hat sich aus vierlerlei Gründen sehr gelohnt und sei jedem Japanreisenden ins Notizbuch geschrieben. Wir waren einfach nur glücklich dort!
So glücklich und voller Dank, dass wir vor unserer Weiterfahrt gen Tokyo dem Bürgermeister des Städtchens, Herrn Naoki Ishii, einen kurzen Besuch abstatten und Worte des Dankes aussprechen mussten. Neben dem obligatorischen Austausch von Nettigkeiten und Visitenkarten durften wir gar noch ein Bild mit dem mayor of shimoda city schießen - bei 35grad selbstverständlich komplett nass- und vollgeschwitzt... Er wird es abends wohl noch seiner Frau erzählt haben getreu dem Motto: Die spinnen die Deutschen!
Kommentare
Flitzifritz
Mittwoch, 08-09-10 14:11
glückwunsch an hausi und lutz, für die tollen mädelsbilder!!!!
der axel denkt an euch auch im urlaub ![]()
yoshiki honda
Sonntag, 05-09-10 06:32
Hello
Yesterday meet NISSANSTADIUM.
I hope my photo up this sight.
I use transistorphone and ware black shirt.
See you 2014 Brazil!
gert
Freitag, 03-09-10 18:21
ich hab die armada vorher aus dem hinterhalt organisiert... :-P
midori in shimoda
Mittwoch, 01-09-10 18:33
WOW! you guys really did meet our mayor. i bet he was surprised (laugh). SHINJIRARENAI = incredible. good for you!
well, i hope you're having as great a time in tokyo as you did in SHIMODA.
see you again on your next tour to Japan!
martin
Mittwoch, 01-09-10 16:39
ach so, nee klar!
Axel Dangerfreak
Mittwoch, 01-09-10 13:45
Weil sie wahrscheinlich abends in nem hostessenclyb arbeitet und die yazooka, die hiesige mafia, nebenbei noch den strand im griff hat. Anders konnten wir uns es auch nicht erklären. Icb hätte noch mindestens zehn andere perlen fotografieren können, es glich einer armada!
martin
Mittwoch, 01-09-10 12:59
oh ja rené - und dann noch ein schöner bericht aus istanbul?!?!
warum zieht diese strandschönheit ne mülltüte hinter sich her?
Rene
Mittwoch, 01-09-10 12:13
Zu diesen Bildern sage ich nur ein Wort: Vielen Dank!
Ulli
Mittwoch, 01-09-10 09:08
Traut euch ja nicht OHNE Original japanisches Tattoo zurück
)
DG
Mittwoch, 01-09-10 08:05
sauber jungs !
da haben jetzt nur noch der martin, der ralf , rene, lutz und ich dabei gefehlt
hehe
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