24.01.2011  22:47  Alter: 1 yrs
Von: René le Bon
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Humus, Khat and Rock n' Roll!

"Israel and Palestine" Ein sagenhafter neuer Reisebericht auf www.dangerfreak.info - von und mit Benni Bambule und René le Bon!

 

Es sollte der rauschende Beginn eines Jahres werden, das nur besser werden kann als das letzte. Eine Belohnung für unsägliche Qualen. Für ein von Plackerei gezeichnetes Silvester. Die Pilgerfahrt eines Ungläubigen. Eine spontane Reise der Selbstfindung. Alleine. Stattdessen fand ich: Benni Bambule. Neben mir. Im Flieger! Umso besser. ...Ich hatte rund 24 Stunden vor Abflug gebucht – ein geradezu von langer Hand geplantes Projekt im Vergleich dazu, was dieser Schlawiner trieb: Besessen von der Idee, mit mir ins heilige Land zu reisen, machte er am späten Vorabend der Abreise alles klar. Gut gemacht. Die allerletzten Zweifel an der Richtigkeit unseres Irrsinns waren beim Verlassen des Terminals in Tel Aviv verflogen. Pullis aus, 20 Grad, eine Zigarette für diesen Glücksmoment, hey ho, let`s go. Ein Verrückter mit Taxi fährt uns zum Hostel. Ein Verrückter mit komischen Kaupflanzen wartet im Dorm. Er hat schwarze Haut und stellt sich uns als Melki vor. Wir finden „Melchior“ besser und nehmen ihn als dritten heiligen König in unseren Kreis auf. Tel Aviv. Hässlich. Sündig. Teuer. Wunderbar! Die Stadt, die niemals schläft. Der (Mon-!)Tag endet um fünf Uhr morgens in einem überfüllten Club. Wir sind bereits pleite. Tags darauf im Bus: Rückfahrt von Jerusalem. Das andere Ende der Welt war nur 50km entfernt. Ein herzensguter, aber leider von der Mordslust aller Palästinenser Besessener hatte uns in seinem Taxi die Stadt gezeigt; euphorisiert, hingebungsvoll, verliebt. Auch wir verzaubert und überwältigt: Klagende an der Mauer, Verteidigungsminister, Sonne. Zum Glück sind wir gerade genau hier. Tag Nr. 3 heißt Universum Nr. 3: Bethlehem/Westjordanland, die andere Seite. Eingekesselt von einer Achtmetermauer, errichtet von unseren sympathischen israelischen Freunden. Heiliger Jesus! Wir wurden aber gar nicht ermordet, sondern trafen nur freundliche Leute und fühlten uns prima. Nur der antipalästinensische Schutzwall auf der ehemaligen Hauptstraße störte irgendwie. Uns wahrscheinlich weniger als die Einwohner dieses Ghettos. Na wartet, ihr Israelis, dachten wir uns, und pinkelten im Klo an der Grenze absichtlich daneben. Den letzten Abend beendete ich, zunehmend fassungslos, in einem Schranzclub. Tel Aviv, immer noch nicht müde? Es war Donnerstag früh um halb sechs und ich ging als einer der ersten. Mehr war eigentlich nicht.

René le Bon



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