03.03.2012  21:23  Alter: 2 yrs
Von: Axel Dangerfreak

Road Trip Marokko 2012

Mit den Buben über den Atlas und mit dem Ball in die Souqs! Ein sensationeller neuer Reisebericht auf dangerfreak.info

Fuck Fasching und ab nach Nordafrika! Für die meisten Teilnehmer unserer lustigen Reisegruppe gab es dafür sogar einen begehrten Länderpunkt. Komisch, dass ausgerechnet die Marokko-Erfahrenen unter uns nur mit dem Personalausweis einreisen wollten, einer so falschen wie letztlich folgenlosen Annahme.Die Truppe war komplett, keiner wurde von den Grenzbeamten abgewiesen, es konnte losgehen. Erstes Ziel unseres fünftägigen Marokko Trip war Marrakech. Nach ersten Kontakten zu einheimischen Taxifahrern, Zimmervermittler und sonstigen Anbietern von Serviceleistungen, allesamt eher der schmierigen Sorte, bezogen wir Quartier im Hotel Afriqua bzw. Riad Iosser. Dort zogen wir uns auf die Dachterrasse zurück, nachdem wir uns auf dem zentralen Platz der Stadt, dem legendären El Djfna, reichlich mit Speis und Trank versorgt hatten. Eine kleine Gruppe von Dangerfreaks ließ es sich nicht nehmen, zu später Stunde noch ein Tanzlokal in der Neustadt aufzusuchen. Dieses war weder gut noch günstig. Im Grunde war es eine Art Puff, eine Bar mit Alkoholausschank. Auf der Tanzfläche zeigte ein erhabenes Exemplar von Kakerlake was für Moves es so drauf hat, das größte Highlight war dann jedoch der Sturz einer Animierdame. Voll und frontal mit dem Kopf gegen einen Megapfosten. Wir hatten mehr als genug gesehen und waren froh, ohne Messerstecherei oder ähnlichem wieder zurück in der Medina zu sein. Eine kleine Mütze Schlaf sollte noch her. Am nächsten Morgen wollten wir schließlich noch die Altstadt und Souqs kennenlernen. Erste Käufe wurden getätigt, unter anderem Mützen in jedweder Form und Couleur. Wir waren bereit für die Atlasüberqerung!

Nachdem alle Formalitäten mit der Mietwagengesellschaft geklärt waren, setzte sich Friedo ans Steuer unseres Kleinbusses und los ging die Reise. Kaum hatten wir Marrakech verlassen, zeigten sich die ersten Ausläufer des Atlasgebirges. Auf den Straßen war nun immer weniger los, die Ortschaften wurden kleiner und kleiner und unsere lustigen Gefährten waren von Kilometer zu Kilometer mehr begeistert von dem, was sich da vor uns auftat. Dazu lief Bob Marley. Es passte! Der absolute Höhepunkt des Tages sollte allerdings noch folgen: Der Tizi'n'Test Pass! Serpentinen, steile Schluchten, die Straße weitestgehend unbefestigt, total spektakulär das ganze! In über 2000m Höhe legten wir einen längeren Kaffeestop ein. Es war einfach zu schön um wahr zu sein. Wir sind ja allesamt eine recht reiseerfahrene Gruppe, dennoch blieb jedem von uns der Mund offen. Der Name des Hotels war alles andere als erlogen und absolut Programm: La Belle Vue! Wir schossen Fotos als ob es irgendeinen Krieg zu gewinnen gebe. Kurzum: Es war einfach Hammerhart!

Irgendwann müssten wir aber die Münder wieder schließen und uns zur Weiterfahrt aufmachen. Friedo hatte bemerkt, dass beim Bus nur ein Licht funktionsfähig war, nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine Berg-und Talfahrt den Atlas hinunter. Doch unser Fahrer machte seinen Job mehr als gut und zwei Stunden später führen wir durch das Stadttor (Bab) der Kleinstadt Tarroudant, wo wir zwei Nächte im besten Hotel der Stadt, dem Palais Salaam, absteigen sollten. Selbst Martín war letztendlich positiv gestimmt und das obwohl die Nacht hier weit mehr als die sonst üblichen 5€ pro Nase kostete. Ihm gefiel es obwohl es richtig schön war, das muss man sich mal vorstellen. Im Palais Salaam wohnte früher der örtliche Pascha, auch war es mal Sitz des Gouverneurs. Innerhalb der Kasbaa und direkt an der Stadtmauer gelegen, lebten wir uns hier schnell ein, probierten von den am Flughafen Basel erworbenen alkoholischen Getränken und ließen alle viere gerade sein. Am nächsten Morgen zogen wir mit dem Ball am Fuß in die Stadt: Cross Country Football Tarroudant! Ein Traum in blau und weiß! Schnell machten wir uns neue Freunde. Klar, die Marokkaner sind fußballverrückt und wir ziemlich schnell die Stars des Augenblicks. Der Name unseres Karlsruher Lieblingsclubs manifestierte sich mit jedem Doppelpass und Hackentrick in den Herzen der Menschen. Wir wiederum genossen das völlig untouristische Treiben dieser sehr hübschen Kleinstadt in vollen Zügen! Ansonsten viel Chillen und Kaffeetrinken. Zwischendurch machten wir eine Kutschenfahrt, tranken noch mehr Kaffee und gaben dem Pferd Zucker. Zurück im Palast, ließen wir alle viere grade sein und probierten von den am Flughafen Basel erworbenen Alkoholika. Platt aber glücklich ging es schließlich noch einmal zurück in die Stadt. Wie immer mit unserem achten Begleiter, unserem Freund, dem Ball. Am Stadttor wartete schon der heimische Club de Football Tarroudant auf uns, sieben gegen sieben, bei schlechtem Licht und ungleichen Bedingungen. Es ist nur schwer vorstellbar, dass die Mohameds und Abdullahs ähnlich gut geladen hatten. Jünger waren sie auch deutlich. Ganz zu schweigen von der rein optisch betrachtet scheinbar größeren sportlichen Fitness. Wir wurden jedenfalls ganz schön an die Wand gespielt. Flink waren sie, die Maroks, und uns spielerisch deutlich überlegen. Doch auf die deutschen Panzer war einmal mehr Verlass. Zwei schöne Kontertore (René Lee Bon und Axel Dangerfreak) reichten um die Lokalmatadoren mit 2:1 in ihre Schranken zu weisen. Die zahlreichen Zuschauer staunten nicht schlecht, das hatte hier nun wirklich gar niemand erwartet. Völlig erledigt zogen wir zum nächsten Shawarma-Stand und dann zurück in den Palast. Heute Nacht sollten wir zufrieden einschlafen...

Nächstes und leider auch schon letztes Ziel unseres Sensationstrips dann Essaouira, die Stadt der Winde. Keine Polizeikontrolle der Welt konnte uns stoppen, das einzige was dazwischen kam, war ein außerplanmäßiger Strandstop im malerischen Tarrazout. Gut, dass wir nicht an der unansehnlichen Durchgangsstraße Stop machten! Nein. Doch. Nein! Doch! Am Strand war es so schön wie warm. Da hat es nicht viel ausgemacht, zwei Stunden aufs Essen warten zu müssen. Die Zeit verging hier wie im Fluge! Wir bräunten unseren Teint, chillten mit dem Kameltreiber um die Wette und ließen uns schließlich die leckeren Tajines und Salate schmecken. Ein schon verdammt cooler Dienstagnachmittag. Und das im Februar.

Essaouira, oh Essaouira! Stadt der Winde, Künstler und Hippies (einst), die Häuser in den Farben unseres Lieblingssportclubs gehalten, wieder Souqs und kleine Fressstände: Wir nahmen die Stadt volley, jetzt auch shoppingmäßig! Zum ersten Mal während unseres Marokkoaufenthaltes mussten sich die lustigen Schorlekicker nun wohl oder übel einmal kurz trennen. Lampen, Holztüren (!), Argan Öl, Ledertaschen, Bastkörbe, Teller, Vasen, Schall und Rauch. und noch viel mehr Mützen. Gut, dass wir vorher noch zumindest ein Gepäckstück für den Rückflug aufgegeben hatten! Die volle Bandbreite an marokkanischem Schnickschnack ist da von uns erworben worden. Leider mussten wir aber auch den einzigen Nackenschlag unserer Reise wegstecken. Wo am weiten Stadtstrand Essaouiras sonst unzählige Maroks ihrer/unserer größten Leidenschaft frönten, mussten wir auf der Suche nach dem großen, finalen Kick vergegblich nach Mitspielern suchen. Passenderweise ist just im gleichen Augenblick auch noch unserem achten Reisenden sprichwörtlich die Luft ausgegangen. Fortan also keine aberwitzigen Ballstaffetten durch enge Gassen mehr und auch keine 300m Pässe auf den marokkanischen Plätzen des Himmlischen Friedens. Die Messe war gelesen, die Reise vorbei! Wie schade!!! Auf dem Weg zurück nach Marrakesch und zum Flieger wurden wir noch ein letztes Mal von der örtlichen Ordnungsmacht gerippt. 300 dirham mit Quittung, 100 ohne. Eine letzte Geschichte, so typisch wie liebenswert. Marokko, wir kommen wieder, so viel ist klar!



Kommentare

Anzeige: 1 - 3 von 3.
   
 

Andy

Mittwoch, 07-03-12 09:01

Endlich wieder ein Dangie Bericht. Klasse Bilder und gut geschrieben. Ich will auch wieder hin.

 

Andy

Mittwoch, 07-03-12 09:01

Endlich wieder ein Dangie Bericht. Klasse Bilder und gut geschrieben. Ich will auch wieder hin.

 

silviii aus Karlsruhe

Montag, 05-03-12 11:02

Fantastische Bilder! Man bekommt wirklich Lust, auch hinzufahren. Sieht toll aus!

 
   
 

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