Oman, oh Mann!
Was für ein Trip! Eine Dangerfreak Tour der Extraklasse! Mit Silvesterparty, Istanbul und der allesumfassenden Frage "Wo ist Guido?"
Omanohmann!
Der Wunsch einmal in den Oman zu reisen war schon länger da. Als unsere alte Freundin Anita als Travel Agent im Sultanat anheuerte, stattete ihr erst die tollste aller Gefährtinnen einen Besuch ab, als Anita im Sommer gemeinsam mit ihrem omanischen Kumpel Yousuf zunächst bei uns im Garten und später im Radio Oriente feierte, war die Idee geboren einmal im fernen Sultanat eine Art Dangerfreak Party zu feiern. Gesagt getan. Schnell war eine lustige Truppe zusammen, waren Flüge gebucht und erste Kontakte zu örtlichen Lokalitäten geknüpft. Letzteres gestaltete sich zwar zunehmend schwieriger, mittlerweile war die groß angekündigte Silvesterparty im schicken ODC Club genauso gestorben wie Plan B und Plan C. Doch am Ende kam es alles doch ganz anders...
Am 27.12. startete schließlich eine so noch nie zuvor (und auch nie wieder) dagewesene Gruppe Dangerfreak von Frankfurt aus mit Turkish Airlines via Istanbul und Bahrain nach Muskat, der wie wir feststellen sollten, gar nicht mal so kleinen Hauptstadt des Omans. Anita holte unsere müde Truppe mitten in der Nacht vom Flughafen ab, wider Erwarten checkten wir aber nicht auf ihrer schicken Dachterrasse ein, sondern bezogen Quartier im nicht ganz so noblen Hotel Golden Oasis. Der Grund war so einfach wie selten: Am Tag zuvor hatte es Hunde und Katzen geregnet und die für uns vorgesehenen Matratzen waren erstmal nicht mehr zu gebrauchen. Was für unsere reise erfahrene Truppe kein Problem darstellen sollte. Die ersten Mitbringsel vom Dutyfreeshop wurden geköpft und auf die Erfindung des Early Morning Check-in angestoßen. Nach einer Mütze Schlaf gingen wir über die Straße zum Friday Market bzw. Lulu Hypermarket und staunten nicht schlecht ob der unfassbar niedrigen Preise. Das Wetter spielte zwar noch nicht ganz mit - hat es auf der arabischen Halbinsel nicht einfach aus Prinzip Temperaturen an die 50grad? Die Laune stieg trotzdem mehr und mehr an. Erst machten wir die Bekanntschaft mit Waleed, einem unglaublich netten Taxifahrer, dann erblickten wir die ersten Flyer für unsere große Silvesterparty. Das ODC war also gerüstet, wir ja sowieso. Jan hatte Laptop und Controller dabei, ich CDs und IPad, Benni Bambule seinen USB Stick. Bevor wir aber den Oman rocken sollten, bereisten wir ihn erst einmal!
Erste Station, klar, die Hauptstadt. Muskat oder Maskat, ist eine komische Stadt. Architektonisch nichtssagend, zieht sie sich über mehr als 50km durch faszinierende Felslandschaften. Wo kein Berg ist, steht garantiert ein Haus. Und das ist in der Regel weiß, was dann doch ziemlich hübsch aussieht. Anita wohnt dabei in einem der schönsten Ecken Muskats, im Fischerörtchen Quantab. Solch kleinere Stadtteile gibt es überall entlang der Küste ringsum die Hauptstadt, schöne und schönste Strände inclusive. Trotzdem mussten unsere sieben Badehosen zunächst noch im Rucksack bleiben. Nach einem Stop im Souq und beim Shawarma-Stand ging es nämlich die nächsten drei Tage in die Berge bzw. Wüste. Wir waren ja nicht zum Spaß da!
Erster Stop: Nizwa und Umgebung
Im Gegensatz zu vergleichbaren Ländern wie zum Beispiel Marokko kommt man im Oman relativ schnell voran, eine gute Infrastruktur sowie das Vorhandensein von Autobahnen macht dies möglich. Die karge wie schöne Landschaft flog geradezu an uns vorbei und wären nicht die obligatorischen Foto und Fußballstops gewesen, wir wären noch viel früher in den Bergen gewesen. So schafften wir es gerade noch rechtzeitig zum Sundowner, Cuba Libre mixed by Guido Hartmann, dazu eine fantastische Aussicht, kurz: Wir waren glücklich und wussten doch noch gar nicht, dass das Beste erst fünf Minuten später kam, Nizwa Al Habeen, das Ziel dieses Tages. Am Rande eines Canyon gelegen und auf riesigen Bouldersteinen erbaut, ausgestattet mit einem jahrhundertealten Bewässerungssystem, den Affalaschen. Das Wasser aus den Bergen gelangt über Kanäle in die Dörfer und somit auf die Felder. Und auch für eine kleine Ortsbegehung eignen sie sich, wie wir am nächsten Morgen nach Sonnenaufgang erfahren konnten. Die Dorfbewohner ließen sich von uns nicht stören - umgekehrt übrigens auch nicht - wie überhaupt der Omani von Natur aus überaus gastfreundlich und offen ist.
Zweiter Stop: Lizq (ein echter Roadtrip!)
Unser ganz persönlicher Tourguide hatte sein Tagesprogramm dank unserer Hinweise ein wenig heruntergefahren und so ging es nach dem Frühstück zurück auf die Straße. Der Cd Player spielte den Cure-Klassiker "killing an arab", doch dafür gab es nun wirklich keinen Grund. Wenn jemand nervte, so waren es eher irgendwelche Aida-Clubschiff-Deppen, mehr oder weniger die einzigen Touristen weit und breit, anzutreffen im Fort der Provinzhauptstadt Nizwa. Das Fort war ganz nett, viel besser fanden wir aber die lokalen Shawarmas, drei Stück mit Cola für 700 Bais (schlappe 1,40 ). Wir waren gestärkt und sollten dies auch nicht bereuen, denn die nun folgende Fahrt durch Stein- und Sandwüsten war wirklich atemberaubend. Man kann es auch spannend nennen, wussten wir doch in Armangelung einer gescheiten Straßenkarte schlicht und einfach irgendwann nicht mehr richtig weiter. Aber es war gut, so gut. Stellvertretend für das totale Off, in dem wir verkehrten war das Dörfchen Lizq! Doch wie es der Zufall wollte, trafen wir auf eine Gruppe Italiener, welche noch eine Karte für uns über hatten. Jetzt konnte uns wirklich nichts mehr aufhalten!
Landschaftsformen und Farben wechselten nun quasi im Minutentakt. Sogar ein Spaziergang durch die Wüste war dabei. Kamele sowieso. Sogar Wilde! Am Nachmittag hatten wir dann das Wadi Ben Khalid erreicht, einen Wasserlauf durch von der Sonne rot beleuchteten Felsen. Nun war die Zeit für die Badehosen gekommen, nackt schwimmen wird in muslimischen Ländern ja eher nicht so gerne gesehen.. Aber wir waren auch so schön und lustig. Im Wasser knabberten kleine Fische dann noch unsere Hornhaut weg.
In Paris oder New York zahlt man für ein solches Wellnessangebot bestimmt einVermögen, hier war alles für umme. Wir waren endgültig angekommen im Oman. Ein Land, das es seinen Besuchern aber auch wirklich einfach macht ihnen zu gefallen. Und dann kam Sur!
Dritter Stop: Sur
Im äußersten Nordosten des Omans gelegen, zog uns Sur vom Anbeginn in seinen Bann. Waren es zunächst noch eher Attraktionen der aberwitzigen Art (Ladys Taylor, das Klo beim Pakistaner, unsere Hoteldancebar), so staunten wir am nächsten Morgen Bauklötze ob der Schönheit des 50.000 Einwohner zählenden Städtchens am Arabischen Meer. Dass dieses ein Teil des Indischen Ozeans ist, war dabei nur zu offensichtlich! Türkisfarbenes Wasser, weiße Häuser, eine traumhaft schöne Bucht. Wir waren echt geplättet und würden wohl noch heute im Stadtteil Al Aljal am Hafen sitzen, wäre da nicht eine gewisse Silvesterparty gewesen, die es noch zu stemmen gab... Hierzu teilten wir unsere Gruppe auf: Während die DJs mit Anita schon zur Mittagszeit im Oman Dive Center sein wollten, so legten Benni Sasse, Lutz, Guido und Marcel noch einen Stop in einem anderen Wadi ein, dem gigantischen Wadi Shad. Während die einen also den Sound im ODC checkten, gingen die anderen auf große Wandertour. Was jedoch alle einte war der Durst nach Flüssigem und die Vorfreude auf die Nacht der Nächte. Es war auf jeden Fall alles gerichtet...
Dangerfreak Soundsystem @ ODC, die Silvesterparty
Der Deal sah ja aus, dass unsere gesamte Truppe im Oman Dive Center, einer der schönsten und vor allem coolsten Plätze im Oman, freie Kost und Logis erhalten würden. So waren wir in überaus adretten wie komfortablen Basmrati-Hütten untergebracht. Direkt am Wasser, ein Traum! Ich weiß nicht ob er es gemacht hat aber Bambule Benni wollte seine kuschelige Bettdecke unbedingt mit nach Hause nehmen... Selbstverständlich wurde auch beim großen New Years Eve Buffet nicht gekleckert und im Hintergrund war schon Blechzongs Mix aus Funk und Beats zu vernehmen. Die Nahen Felsen lieferten eine tolle Kulisse für Auge und Ohren, über uns der Sternenhimmel und Vollmond, nur leider auf der Tanzfläche zunächst nur Auto und Benni, Guido und Anita. Die Omanis ließen auf sich warten. Und wenn sie den Berg heruntergefahren kamen, so kehrten die allermeisten bei Inkenntnisnahme des Eintrittspreises wieder um. 30 Euronen! Das muss man sich mal vorstellen! Irgendwann wurden es dann aber doch mehr und mehr, es waren zwar nicht die erwarteten 800 Leute, aber doch so viel, dass sich eine grandiose Fier entwickelte. Egal ob Panjabi MC, Benni Bambule oder Dangerfreak. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt als hinter uns, überm Meer die ersten Raketen in den Nachthimmel stiegen. Hello 2013! Wir feierten munter weiter, tranken und strahlten um die Wette. So eine Stimmung hatten wir uns selbst in den kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Als DJ Blechzong irgendwann den finalen Akkord zum Besten gab, zog es uns zur After Party auf Anita's Hütte und kurz danach zur Abkühlung ins Meer! Besser kann man definitiv nicht Silvester feiern.
Zum Nachtisch: Ein Tag am Meer und Istanbul!
Klar, dass der erste Tag des Jahres da nicht ganz mithalten konnte. Zwar verbrachten wir wunderschöne Stunden auf einer Schnorcheltour bzw. am ODC Strand, waren aber gleichzeitig doch etwas erschöpft von der vergangenenen Nacht. Den Abend verbrachten wir folglich bei Anita auf der Dachterrasse, zum Abschluss machten wir nochmal Stop bei unserem Lieblingsshawarmastand, bevor wir uns von Anita und diesem verdammt tollen Land verabschieden mussten. Was noch folgen sollte, waren drei Tage Istanbul!
In Istanbul erwartete uns eine völlig andere Welt, klar. Eine Megastadt mit mehr als 12 Millionen Einwohnern und gefühlten Millionen weiteren Touristen. Schnell mussten wir feststellen, dass das Preis-Leistungsverhältnis in keinster Weise mit dem im Oman mithalten kann, wir zurück in Europa waren, in einer Weltmetropole! Untergebracht im Nobel Hostel im viel zu touristischen und rausgeputzten Stadtteil Sultanahmet, zeigte sich die Reisegruppe beeindruckt von der Blauen Moschee und Hagia Sophia sowie dem wuseligen Treiben Istanbuls! Im Grand Bazar kauften wir Lampen, Jeans, Sonnenbrillen, Sneakers, Jacken, Armreifen, Kinderbekleidung, Socken und Unterhosen, genossen von der Anemon Bar in Galata aus den Blick auf die Stadt, setzten mit der Fähre auf die asiatische Seite der Stadt über, Istanbul hat nun mal sehr viel zu bieten - und das nutzten wir aus. Das Nachtleben war unter der Woche gar nicht mal so sehr aufregend, immerhin hatten wir noch Spaß im Club Kassette.Am nächsten Tag dann noch mehr Kultur, Shoppen und ins Hammam. Istanbul war ein schöner Abschluss einer fantastischen Reise. An den Oman kam es jedoch nicht ran. Aber wer kommt das schon...
Kommentare
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Mittwoch, 20-02-13 12:20
echt fein. kannma nix sagen.
Alexander aus München
Dienstag, 19-02-13 20:08
Super geschrieben, macht Spaß den Bericht zu lesen.
Gruß aus München!
Albrecht Wolfgang
Dienstag, 08-01-13 00:23
Das finde ich mal eine gelungene Reportage
RESPEKT Jungs
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